Lendrik-Buch
Das naturnahe Bilderbuch zum selbst gestalten

Kinder in freier Wildbahn - Eine aussterbende Art?!

Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich unsere Umwelt und damit unser Lebensumfeld grundlegend verändert. Moderne Medien wie z.B. Fernseher und Smartphone treten in ernst zu nehmende Konkurrenz zum lebendigen Lebensumfeld. Die digitalen Welten laufen realen Beziehungen und der Bewegung an der frischen Luft den Rang ab und verändern damit auch die Art und Weise wie Kinder ihre natürliche Umgebung erleben und wahrnehmen. Das kann sich nicht nur negativ auf die Gesundheit auswirken, sondern hat auch Einfluss auf die soziale Entwicklung.

Ganzheitliche Förderung in einem natürlichen Umfeld
„Naturerfahrungen sind ein elementarer Baustein der kindlichen Entwicklung. Ebenso wie Kinder gute Ernährung und ausreichend Schlaf benötigen, brauchen sie auch Kontakt mit der Natur.“ (Richard Louv)
Kinder, die in und mit der Natur experimentieren dürfen, handeln und lernen selbstbestimmt und in ihrem eigenen Tempo. Ihre Neugier und Fantasie lässt sie eigene reale Erfahrungen machen, in einer Umgebung, die voller Sinnesreize steckt, aber keine Reizüberflutung darstellt. Wertvoller und nachhaltiger kann ein Lernprozess kaum sein.




Naturverbundene Kinder sind ausgeglichener und gesünder

Eine Studie der Universität Hongkong aus dem Jahr 2018 belegt: Naturverbundene Kinder sind weniger hyperaktiv und fühlen sich wohler als diejenigen, die keinen Kontakt zu Tieren und Pflanzen haben. 
Kinder, die freien Zugang zur Natur haben, sich dort ausprobieren und ausleben dürfen, tun aktiv etwas für die Gesundheit von Körper und Seele. Die Bewegung an der frischen Luft und das gedankliche Abschalten vom vielleicht stressigen Alltag wirken sich positiv auf das Immunsystem und die Psyche aus.

Naturkontakt ist wichtig für die soziale Entwicklung
Die Fähigkeit soziale Kontakte zu knüpfen und aufrecht zu erhalten fällt naturerfahrenen Kindern leichter. (Das besagt ebenfalls die Studie der Universität Hongkong). Die Natur ermöglicht Interaktionen auf vielen Ebenen, genauso wie sie für ein soziales Miteinander unter Menschen nützlich sein können.
Die Natur funktioniert nicht nach Plan.
„Du solltest flexibel und kompromissbereit sein, wenn du etwas erreichen möchtest.“
Die Natur ist nicht perfekt.
„Deswegen musst du es auch nicht sein. Fehler machen ist ausdrücklich erlaubt, denn dadurch kannst du wertvolle Erfahrungen sammeln und es das nächste Mal besser machen.“
Die Natur bietet vielfältige Möglichkeiten.
„Es gibt niemals nur einen Weg, den du gehen kannst, um dein Ziel zu erreichen.“
Die Natur stellt Herausforderungen.
„Vertraue dir selbst, denk nach, sei mutig, versuche es und halte durch. Du kannst es schaffen!“
Die Natur zeigt Grenzen auf.
„Lerne dich selbst kennen. Was kannst du dir zutrauen? Wo liegen deine eigenen Grenzen? Kannst du über dich hinauswachsen?“
Die Natur ist real.
„Du kannst alles sehen, hören, riechen, schmecken, berühren. Schärfe deine Sinne für die kleinen, aber vielleicht besonders wichtigen, Details.“
Die Natur reagiert unmissverständlich.
„Sei dir darüber im Klaren, dass du die Macht hast Einfluss zu nehmen. Über kurz oder lang, werden deine Taten Wirkung zeigen. Angefangen bei der Spinne, die du achtlos zertrittst oder bei dem Baum, den du pflanzt.“


Naturerfahrungen sind ein Schatz fürs ganze Leben
Wer die Natur mit all ihren Facetten und Wundern ausgiebig entdecken durfte, wird auch als Erwachsener noch davon profitieren. Je mehr aufregende Abenteuer und besondere Erlebnisse in Erinnerung bleiben, desto größer ist der Erfahrungsschatz aus dem geschöpft werden kann.
Zudem haben reichhaltige Naturerfahrungen in der Kindheit eine weitere nachhaltige Wirkung: Wertschätzung und Achtsamkeit! Nicht nur das Wissen über, sondern vor allem eigene Erfahrungen in der Natur sorgen für die Motivation selbst aktiven Naturschutz zu betreiben.

Die Natur in den Alltag integrieren
Letztlich bestimmen die Eltern, wie viel natürlichen und wie viel digitalen Konsum sie Ihrem Kind ermöglichen bzw. zugänglich machen möchten.
Ja, es ist ein schwieriges Unterfangen. Wenn der Wald nicht direkt vor der Haustür wartet und der stressige Alltag seinen Tribut fordert. Ein ruhiges, nicht störendes Kind vor dem Fernseher, endlich mal Zeit für sich selbst, zum runterfahren. Zeit, um endlich mal in Ruhe... Wer kennt das nicht?

Aber kennen Sie auch den Biophilia-Effekt?
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Pflanzen mit dem Menschen kommunizieren, indem sie Substanzen absondern, die beruhigend und heilend auf den Körper wirken.
Der perfekte Moment für einen ausgiebigen Spaziergang in der Natur ist also gegeben bei hoher Stressbelastung, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, hohem Blutdruck oder um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Tun Sie sich selbst und Ihrem Kind etwas Gutes, indem Sie gemeinsam Zeit in der Natur verbringen.


Literaturhinweise:

- Richard Louv: „Das letzte Kind im Wald - Geben wir unseren Kindern die Natur zurück“

- Ulrich Gebhard: „Kind und Natur - Die Bedeutung der Natur für die psychische Entwicklung“

- Clemens G. Arvay: „Der Biophilia-Effekt - Heilung aus dem Wald“





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